Low Carb - Warum ernähre ich mich aktuell so?

Aktualisiert: 20. März 2021


Wichtig Hinweis vorab: Kohlenhydrate per se machen NICHT fett. Ich verteufele sie auch nicht, denn ich mag sie extrem gern. Der Mythos, dass sie nach 18:00 Uhr dick machen würden, bleibt ein Mythos, denn um 17:59 Uhr macht ein Brot mit Quark und Marmelade nicht dicker als das gleiche Brot um 18:30 Uhr – nämlich gar nicht. Und für bestimmte Sportarten sind sie auch extrem hilfreich, wie z.B. im Ausdauersport. Es ist mir auch wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass ich Low Carb nicht für DIE EINE gesunde Ernährungsweise halte, denn die „eine“ gibt es nicht!

Über viele Ernährungsformen kann man sprechen und jede schlägt anders an. Hier müsste man auch zusätzlich Stoffwechseltypen und Gewohnheiten unter die Lupe nehmen, um sagen zu können, welche Ernährungsweise zu wem am besten passt.

Den Weg über Low/Slow Carb halte ich jedoch für recht sinnvoll, wenn man sich dem Thema Heißhungerattacken widmen muss. Ich glaube, dass man allgemein viel Gemüse, viel Eiweiß und weniger Kohlenhydrate essen und definitiv nicht den Vorschlägen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) folgen sollte, bei der noch immer 50 Prozent Kohlenhydrate, 30 Prozent Fett und 20 Prozent Eiweiß empfohlen werden. Wie soll man bitte ein Haus ohne Bausteine bauen? Denn nichts anderes sind Proteine für die Körper!


Welche Ernährungsform, ist erstmal egal, denn nur wer weniger Kalorien zu sich nimmt als er verbraucht, wird Fett und Gewicht verlieren. Wer mehr rein steckt als er verbraucht, spart an.

Wie bei einer Bank: Alles für schlechte Zeiten zurücklegen. Eine Reduktion der Kalorienanzahl haben die meisten Diäten auch immer gemein:

© wix.com

Ketogen = Kaloriendefizit

Kein Essen nach 18:00 Uhr = Kaloriendefizit

Kohlsuppendiät = Kaloriendefizit

Low Carb = Kaloriendefizit

High Carb / Low Fat = Kaloriendefizit


Wer ist eigentlich dieser Low Carb?


Für alle, die sich noch nie mit dem Thema Low Carb Ernährung auseinandergesetzt haben, kommt hier eine kurze Erklärung, wovon ich heute überhaupt spreche: Low Carb ist eine Ernährungsform, welche eine reduzierte Kohlenhydrataufnahme bevorzugt. Bedeutet, dass man vermehrt auf Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, wie auch jegliche Art an Süßigkeiten verzichtet. Insgesamt sind ca. 150 g Kohlenhydrate am Tag „gestattet“. Der Fokus der Ernährung liegt also auf Eiweiß und Fett.

Zusatz: Ich tracke/messe/wiege aktuell mein Essen nicht, ich gehe nach Gefühl und Gewissen. Zwischen Wissen und Bewusstsein. Ich bin kein Profisportler und möchte auch nicht auf die Bühne. Mein aktuelles Ziel sind eine bewusste Ernährung und eine gute Fitness. Als Otto Normalverbraucher ist das bei meinem aktuellen Zustand und einfachem Ziel der Gewichtsabnahme völlig ausreichend.


Was sind eigentlich Kohlenhydrate?


Ich spreche hier öfters von Kaloriendefizit und von Verzicht auf Kohlenhydrate bei einer Low Carb Ernährung – aber was sind eigentlich diese Kohlenhydrate? Ziemlich einfach: Nichts anderes als Zuckermoleküle. Es gibt sie in einfacher, zweifacher und vielfacher Form.

Einfachen Zucker verarbeitet der Körper schnell und er landet direkt im Blut. Ein Beispiel hierfür ist der Traubenzucker, welcher früher gerne und oft auf den Tischen während einer Klausur lag für den Energiekick zwischendurch. So schnell der einfach Zucker im Blut ist, ist er auch schon wieder verbraucht. Umgehend möchte der Körper meist Neuen zugeführt bekommen und es entsteht Hunger.

Verantwortlich für diesen Hunger ist das Insulin, das Hormon im Körper, welches die Glukose (den Zucker) vom Blut in die Körperzellen transportiert. Durch hohen Verzehr von einfachen Kohlenhydraten steigt und fällt das Insulin im Körper ständig.

Bei den vielfachen Kohlenhydraten, wie z.B. Vollkornnudeln oder Vollkornbrot, ist der Ausschlag des Insulins und somit der Heißhunger deutlich flacher. Bei diesen Lebensmitteln mit vielfacher Form benötigt der Körper sehr viel länger, um den Zucker zu verarbeiten.

© wix.com

Für mich sind Kohlehydrate jedoch nichts, was ein Mensch von Natur aus zwangsläufig braucht. Früher in der Steinzeit waren kein Brot, Kartoffeln oder Nudeln verfügbar. Damals wurde gegessen, was gefangen oder gesammelt wurde und nicht was industriell verarbeitet und hergestellt wurde. Erst durch genau diesen industriellen Wandel wird die Welt fetter und fetter. Zu wenig Bewegung und Essen an jeder Ecke, zu jeder Zeit und im Überfluss.



Hier findet ihr zehn ganz konkrete Vorteile der Low Carb Ernährung:

  • weniger Heißhunger

  • weniger viszerales Fett

  • bessere Triglyceridwerte im Blut

  • geringerer Blutdruck

  • konstanterer Blutzuckerwert

  • geringeres Herzinfarktrisiko

  • weniger Wassereinlagerungen

  • höhere Konzentrationsfähigkeit

  • stabileres Energielevel

  • verbesserter Schlaf

Diese Vorteile sind nur Kleinigkeiten – am Ende entscheidest du und dein inneres „Warum“ eine Ernährungsform zu wählen, durchzuziehen um eben dein Ziel zu erreichen.

Ich betone hier nochmal: Low Carb ist nicht DAS EINE und ich predige auch niemandem, dass es auf diese Weise so sein muss. Dogmatismus ist falsch und kommt auch selten gut an. Ich ernähre mich auf diese Weise sehr gerne und das nicht starr nach Plan, sondern ausgewogen. Es gibt auch mal einen Keks, Chips, Schokolade oder ein Bierchen, aber immer alles in Maßen und eben nicht 24/7. Die Dosis macht das GIFT.


Ich verlinke hier noch einen Artikel, der meiner Meinung nach sehr anschaulich erklärt, warum Low Carb bis Ketogen mittlerweile auch als eine gute Ernährungsform für Krebspatienten genutzt wird (sehr spannend!):

Artikel: Ernährung bei Krebs

https://www.ugb.de/ernaehrungsberatung/ketogene-diaet-ernaehrung-bei-krebs/druckansicht.pdf


Am Ende liegt es bei dir, denn #allesbeginntbeidir!


Ich wünsche Dir guten Hunger.

Dein Justus




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